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Ein Bauer in Berlin

Artikel in der Mendener Zeitung, Dezember 2009
von Karin Drolshagen

Dentern.
Wenn Bauer Korte nach Berlin reist, hat das einen guten Grund:
Die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft e. V. (DPG), die Runde von Abgeordneten des Bundestages, der Landtage und des Europaparlaments, die sich gegenüber des Reichstags trifft um sich ohne Publikum und jenseits der Parteiinteressen von Mensch zu Mensch über Politik unterhalten zu können, hatte ihn eingeladen. Der Grund dafür liegt am Ende einer langen Entwicklung. Heiner Korte ist einer der wenigen Landwirte in Deutschland, die Fleisch ohne künstliches Jod produzieren.

Vor einigen Jahren bat ihn eine Kundin, die unter Allergien litt, um Rat. Bis dahin war sie davon ausgegangen, dass sie unter einer Laktoseunverträglichkeit litt. Tatsächlich reagierte sie auf Milch. Doch nur, weil in Milch künstliches Jod enthalten ist, das ab einer gewissen Dosierung enorm negative Auswirkungen auf die Schilddrüse hat. "In der Vergangenheit hatte Jodmangel bei vielen Menschen zu Problemen mit der Schilddrüse geführt. Inzwischen wurde der Nahrungsmittelkette jedoch so viel künstliches Jod beigesetzt, dass die Schilddrüse zu viel davon verarbeiten muss, aber nicht kann. Mineralfutter für die Tiere, mit künstlichem Jod anreichertes Brot und Wurstwaren - insgesamt ist das zu viel. Und immer mehr Menschen reagieren darauf allergisch", hat Heiner Korte im Laufe seiner Suche nach den Ursprüngen vieler Beschwerden festgestellt. Als Landwirt hat er beim Futtermittel angefangen auf Jodfreiheit zu achten. Die Metzger, mit denen er zusammen arbeiten setzen ebenfalls kein Jod mehr zu - Korte-Fleisch, das aufgrund der speziellen Haltung der Tiere ohnehin für Gichtkranke und Rheumatiker verträglich ist, ist nun auch für Jod-Allergiker unbedenklich.

Der Ehemann besagter Kundin war als Mitglied des Deutschen Bundestages für die CDU gesundheitspolitisch aktiv. Er empfahl der DPG das Korte-Fleisch.

Als am Montagabend die Bibliothek und der Hessen- Salon eingeweiht wurde, stand Fleisch aus Dentern auf dem Speisenplan. Die hessische Wurstfabrik Rack und Rüther, mit der Korte seit einigen Jahren zusammenarbeitet, lieferte Wurst und Fleisch. Der Chefkoch, Eugen Schweinlin, zeigte sich begeistert: Schon beim Schneiden habe er merken können, dass dieses Fleisch von besonderer Qualität sein. Zahlreiche der 400 Gäste waren Heiner Korte und seiner Tochter Julia bekannt. Mit dem ehemaligen FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Wolfgang Gerhardt plauderten die beiden übers Würste machen. "Er kam auf uns zu und begann, über seine Kindheitserinnerungen ans Wursten zu erzählen, brachte ein Döneken nach dem anderen", freut sich Heiner Korte über die Ungezwungenheit, mit der er hochrangigen Politikern in der DPG begegnete. Das Fleisch aus dem Sauerland hat Eindruck gemacht, in Berlin.

Jetzt hofft Korte, dass ein Nachdenken über den Zusatz von künstlichem Jod in der Nahrung einsetzt.

Mit freundlicher Genehmigung von Karin Drolshagen,
Mendener Zeitung, www.mendener-zeitung.de

 

 

 

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